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1.Ü50-Altliga: Auch von Hertha nicht zu stoppen


25. Nov 2013 

In der vergangenen Saison hatten wir in unserem besten Spiel Hertha II mit 2:1 niedergekämpft und den Staffelsieg vermasselt. Heute waren sie Tabellennachbar und wir hatten gehörigen Respekt. Mir war im Tor sogar etwas mulmig: Okay, unsere Aufstellung auf dem Papier war richtig gut, aber es war kalt, der Platz regennass, das Fluticht funzelig, Hertha spielte auch in Gelb – mit grünen Netzhemdchen darüber, und mir tat die Hüfte weh. Didi war nicht da und auch kein Heling und kein Hänisch.

Aber in der Kabine stand dank Stephans Geburtstag eine Kiste Bier – und das schmeckt nach einem Sieg erfahrungsgemäß viel besser. Außerdem winkte uns bei einem Sieg Tabellenplatz 2…

Wir begannen stark, dominierten das Spiel, aber die Herthaner ackerten und versuchten, uns unter Druck zu setzen. In der Anfangsphase konnte der Keeper von Hertha mehrfach seine Klasse unter Beweis stellen, und ich durfte nur ein paar Bälle aus dem Gebüsch holen. Schön wurde es erst in der fünften Minute, als ein älterer Herr vorbeikam und mich freundlich grüßte. „Hallo Hecki, halt dich ran, sonst sind die Stammplätze vergeben!“, grüßte ich zurück.

Aber dann die kalte Dusche: Eine Flanke an die Strafraumgrenze, Klaus steht gut und will den Ball runternehmen, leider springt ihm dieser etwas davon und beim Nachsetzen rutscht Klaus auf dem nassen Boden aus. Der Herthaner kann sich bedanken und den Ball vorlegen, ich kriege mein Bein noch an seinen scharfern Schuss aus knapp zehn Metern, kann das 0:1 aber nicht verhindern. Fast gehalten ist für den Keeper immer besonders blöd: “Hätte man nicht etwas schneller reagieren können, oder fünf Zentimeter weiter links stehen sollen?“ Zu allem Überdruss bin ich nun klatschnass und darf noch 50 Minuten lang frieren.

Hertha hat nun unendlich viel Zeit, wird aber stärker, das Spiel ist ausgeglichen und mein Optimismus schwindet weiter. Hertha spielt einen langen Ball in unseren Strafraum und erstmals läuft ein Grünlichgelber allein auf mich zu. Aber ich bin vor ihm zur Stelle und sehe Karsten vorn – wie immer bereit für ein Anspiel. Mein Befreiungssschlag landet auch tatsächlich bei Mr. Ballkontrolle. Karsten lässt auf den ebenfalls vorn wartenden Frank abprallen, der lässt einen Herthaner aussteigen und spitzelt den Ball aus Nahdistanz gegen die Laufrichtung des Keepers. Von dessen Hand trullert der Ball zum Ausgleich ins Tor. Einerseits unhaltbar – aber andererseits weiß ich, dass der Hertha-Keeper sich ob dieses fast gehaltenen Balls nun genauso grämt wie ich.

Hertha bekommt nun Angst.“ Wir müssen den 42er pressen!“ – rufen sie. Aber Karsten lässt sich heute nicht ausschalten. Und kurz nach dem Ausgleich setzt Uwe sich auf der linken Seite durch, legt zu Karsten auf und der schießt überlegt zum 2:1 ein. „Jetzt seid Ihr Tabellenzweiter“ ist der leicht säuerliche Kommentar eines Zuschauers vom Aufstiegskonkurrenten Corso Vineta hinter meinem Tor.

Nach der Pause will Hertha noch mal Druck machen – aber Nischi und Klaus und auch Grimmi und Henrik lassen hinten einfach nichts zu. Auch Uwe, Karsten und Stephan arbeiten aufopferungsvoll nach hinten mit und sogar Frank habe ich zweimal in Strafraumhöhe gesehen. Unser drittes Tor bereitet wieder Uwe vor. Wie so oft hat er sich auf Links durchgesetzt, diesmal legt er quer auf Frank, der kann von der Strafraumgrenze schießen oder auf den rechts lauernden und den Ball fordernden Stephan ablegen. Wenn er selber schießt, muss er treffen. Und das tut er. Hertha will nicht aufgeben, will sich aufbäumen, ist aber geschlagen, kann damit aber nicht wirklich gut umgehen. Uns stört das aber nicht und Nischi startet über Rechts einen wirklich guten Angriff, legt dem am linken Pfosten wartenden Stephan auf, der nur noch den Fuß hinhalten muss. Jetzt können wir es ruhig angehen lassen. Einen gefährlichen Schuss darf ich noch abwehren, dann sind wir Tabellenzweiter. Und das Bier schmeckt richtig gut.

Die Herthabezwinger: Grimmi (hoch konzentriert und sehr ballsicher), Nischi (Endstation der meisten Hertha-Angriffe), Klaus (hinten eine Bank), Henrik (wer war nochmal dieser Schweinsteiger?), Uwe S. (bereitete zwei Tor vor und zermürbte die Herthaner physisch und psychisch), Stephan (machte das Spiel schön breit, das vierte Tor, und gab einen aus), Frank Mö. (traf zweimal!), Karsten (drehte das Spiel und war MVP), Hecki (hielt die Fahne, bewachte den Kasten und war zur Freude von uns allen gekommen) und Hans Sch. (nass und frierend im Tor).